Geschichte & Vereinsphilosophie
Es begann im September 1973. Harald von der Osten hatte sich entschlossen, im Gemeindegebiet Vaterstetten eine eigene, selbständige Gruppe zu gründen. Erfahrungen brachte er aus seiner Mitarbeit in zwei anderen Pfadfindergruppen mit. So fand am 05.10.1973 die erste Gruppenstunde statt: Der Grundstein für den Stamm Barrakuda war gelegt. Doch schon im Jahr 1975 wurde, auf Grund der großen Nachfrage eine zweite Gruppe gebildet. Gleichzeitig baute Irmela von der Osten die beiden Meuten Fennek und Mungo auf. Auf der Herbst- Landesdelegiertenversammlung 1975 wurde dann die Aufbauguppe Barrakuda offiziell als Stamm Barrakuda anerkannt.
Vereinsphilosophie
Wie sieht es bei uns im Stamm Barrakuda aus? Der Stamm Barrakuda versucht, alle Möglichkeiten und Richtungen der Pfadfinderei unter einem Hut zu vereinen. So gibt es einerseits natürlich die traditionelle Pfadfinderrichtung mit Lagern, Fahrten oder Heimabenden, andererseits jedoch auch progressive Elemente und Ideen. Die progressive und traditionelle Form ist in unserem Stamm jedoch nicht voneinander getrennt. Vielmehr versuchen wir, die Vorteile von beiden Richtungen miteinander zu kombinieren, um so die Ziele der Pfadfinderei zu realisieren. Welche konkreten Aktionen finden bei uns statt? hier sind natürlich an erster Stelle die Gruppenstunden zu nennen. Wöchentlich treffen sich die Gruppen um miteinander zu spielen, zu diskutieren, zu basteln oder auch nur um Tee zu trinken.
Kurz: die Freundschaft und der Spaß steht im Mittelpunkt.
Ein weiterer wichtiger Punkt im Stammesleben sind natürlich die Lager. Hier sind vor allem die Pfingstlager und Sommerlager zu erwähnen. Das , das für alle Stammesmitglieder gedacht ist findet im bayerischen Raum, oft sogar im S-Bahn- Bereich statt. Die meist 40-50 Teilnehmer haben hier eine Woche Zeit gemeinsam die Natur zu erkunden, gemeinsam zu spielen, evtl. eine Bergtour zu machen oder an den zahlreichen AG's (Arbeitsgemeinschaften), bei denen z.B. ein Pizzaofen oder eine Sonnenuhr entsteht teilzunehmen. Für die Jüngeren ist natürlich auch ein bißchen Abenteuergefühl dabei, wenn Holz gehackt, Feuer gemacht oder Nachtwache geschoben werden muß. Das , bei dem nur die Älteren mitfahren können, geht oft auch ins Ausland. So besuchten wir 1992 das Jamborette in Madrid, ein internationales Lager mit mehreren tausend Teilnehmern. Ein Besuch der Weltausstellung in Sevilla und eine Wanderung in den Bergen Nordspaniens waren daran angeschlossen. Außer diesen beiden 'Lagerhöhepunkten' gibt es noch viele kleine Wochenendlager. Eine Städtefahrt, ein Bergwanderwochenende, ein Computerkurs, die Versprechensfeier, bei der die neuen Mitglieder ihr Pfadfinderversprechen ablegen und ihr Halstuch bekommen gehören genauso dazu, wie die jährlich stattfindende Leiterfahrt, bei der alle Gruppenleiter gemeinsam wegfahren, um Probleme im Stamm zu besprechen, sich besser kennenzulernen oder neue Ideen zu sammeln. Doch auch außerhalb der Lager wird uns nicht langweilig. So hatten wir schon einen Tanzkreis, als Tanzkurs für Pfadis und einen Singkreis, bei dem sich alle Musikfreudigen wöchentlich trafen, um zu singen, zu tratschen und Kuchen zu essen. Alle unsere Aktionen werden von jugendlichen Gruppenleitern zusammen mit etwas erfahreneren Mitgliedem organisiert. Für den Außenstehenden mögen unsere Aktionen manchmal etwas chaotisch und unkoordiniert wirken. Dies ist jedoch ein Teil unserer Methode, denn aus Fehlern kann man lernen und schließlich müssen die Jugendlichen, die jetzt ein Lager organisieren in ein paar Jahren unseren Stamm leiten, Erfahrung haben und Verantwortung tragen können. Aufgaben und Ziele Hinter den oben beschriebenen sichtbaren Aktionen, wie Gruppenstunden, Zeltlager, Wanderungen und Geländespielen steht ein wohldurchdachtes Konzept. Wir sehen unsere Aufgabe darin, '... jungen Menschen zu helfen ihren Standpunkt zu und in unserer Gesellschaft zu finden...' heißt es in unserer Pädagogischen Konzeption. Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht die Kleingruppe, die eine Art 'Kleine soziale Spielwiese' ist. Hier kann in vertrauter Umgebung Verantwortung und Toleranz gegenüber anderen erfahren und gelernt werden, auch als Grundlage für ein demokratisches Verhalten. Jeder soll etwas sagen, selbständig handeln und mitbestimmen können. Ein weiters Ziel ist der Umweltschutz und das Kennenlernen der Natur. Dies kann auf verschiedene Weisen geschehen, indem man z.B. eine Zeitung über das Sterben des Regenwaldes herstellt, ein Feldgehölz anpflanzt oder auch einfach eine Wanderung macht. Besonders deutlich wird uns das Thema Umwelt aber auf unseren Zeltlagern. Einerseits nutzen wir die Natur, verbrennen z.B. Holz aus dem Wald, andererseits bekommen wir aber auch Umweltverschmutzung zu spüren, wenn der Boden kein Trinkwasser mehr enthält, oder sich jemand beim Barfußlaufen eine Glasscherbe eintritt. Das Motto, unter dem das Lernen und Erfahren stellt, lautet 'learning by doing', d.h. die jungen Menschen sollen lernen, indem sie das, was sie lernen wollen einfach ausprobieren. Da wir versuchen, unsere Ziele durch altersspezifische Methoden zu erreichen, sind unsere Mitglieder in verschiedene Stufen eingeteilt, in denen unterschiedliche Programmschwerpunkte gesetzt werden.


